Liebe Besucher unserer Homepage,
Jesus Christus von seinem himmlischen Vater durch den Tod in die Auferstehung getragen worden. Jesus lebt. Das ist die Mitte des christlichen Glaubens. Das ist die Mitte des Osterfestes. Aber wie kommen wir zu diesem Glauben?
In einer Kindersendung heißt es: „Wer nichts fragt, bleibt dumm.“ Ja, vieles wissen wir aus Gesprächen, aus dem Zeugnis unserer Eltern, Lehrer, vertrauter Menschen und anderer. Am Ostersonntag hören wir vor dem Evangelium die sogenannte Ostersequenz (Gotteslob, Nr. 216). Der erste Teil dieses Gesanges ist eine bildhafte Erzählung, was sich in der Osternacht zugetragen hat. Tod und Leben lagen im Kampf mit einander. Doch das Leben hat gesiegt. So hat Christus, das Lamm, seine Herde, seine Gläubigen erlöst. Doch wie kann man so etwas glauben?
Es folgt als zweiter Teil ein Gespräch mit Maria von Magdala. Diese Frau ist die erste Zeugin der Auferstehung. Was hast du gesehen, Maria? Sag uns, was ist passiert? Und Maria Magdalena berichtet, wie der Engel, das leere Grab und schließlich die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn sie zum Glauben geführt haben. Sie schließt mit ihrem Glaubenszeugnis: Christus, meine Hoffnung, ist auferstanden.
Die Ostersequenz ist ein Gespräch mit einer Zeugin der Auferstehung. In gewisser Weise ist die ganze Heilige Schrift ein Gespräch mit Zeugen des Glaubens. Glauben wird geweckt durch die Worte von Zeugen. An mir ist es, ob ich ihrem Zeugnis vertraue. Dabei gibt es so etwas wie die Gewissheit des Herzens. Aber es ist natürlich auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Darum ist die Glaubwürdigkeit unseres christlichen Lebens so wichtig. In der Fastenzeit haben wir uns genau darum bemüht. Wir wenden uns an Christus, der alle Vergehen tilgen kann. Es geht um wahrhaftiges Zeugnis für den Auferstandenen.
Doch ich muss noch etwas ergänzen. Oft hören wir: „Glauben heißt nicht wissen.“ Aber Glauben ist mehr als Wissen, weil Glaube Beziehung, Freundschaft, ja Liebe ist. Im Evangelium heißt es vom Apostel Johannes, als er an das leere Grab Jesu kommt: „Er sah und glaubte.“ (Joh 20,8) Seine Liebe zu Christus gibt ihm die Gewissheit, dass er glauben kann.
Wir sind nicht weiter weg von Jesus als die Jünger. Wir haben das Zeugnis so vieler Frauen und Männer, die in Wahrhaftigkeit den Glauben an Christus gelebt haben. Die Ostersequenz endet mit dem Bekenntnis: „Scimus Christum surexisse“. Nun wissen wir, dass Jesus auferstanden ist. Nicht wir nehmen es nur an. Wir wissen es: Jesus lebt. Christus ist wahrhaft auferstanden.
Dass die Zuversicht und Freude dieses Osterglaubens Sie erfüllt, wünsche ich Ihnen im Namen unserer Pfarrei St. Nikolaus von Flüe, Haibach.
Kaplan Eugen Daigeler